Am Brunnen wurde die kleine Arbeitstruppe mit „Tenne“-Chef Jörg Schulz und seiner Mitarbeiterin Sabine Sitz sowie Marion Rudloff an der Spitze bereits von Wanzlebens Bürgermeister Thomas Kluge (parteilos) und Stephan Dill, Abteilungsleiter Hilfsgesellschaft, Kinder, Jugend und Soziales beim DRK-Kreisverband Wanzleben, erwartet. „Ich finde es ganz toll, dass ihr die Patenschaft über den Brunnen übernommen habt und mit anpacken wollt, um das Bild unserer Stadt zu verschönern“, sagte Kluge zum Wanzleber Nachwuchs. Nach einem Bericht in der Volksstimme vom April dieses Jahres über den schlechten Zustand von früher sehr geschätzten Kunstwerken in der Sarrestadt hatte der Bürgermeister dazu aufgerufen, Patenschaften über die „Schätze“ im Stadtbild zu übernehmen. Er selbst hat die Patenschaft über den „Wanzleber Pflug“ übernommen. Die Kreissparkasse Börde fühlt sich nach dem Kluge-Aufruf für den Kandelaber auf dem Marktplatz verantwortlich, die Wohnungsbaugesellschaft WoBau Wanzleben für den Hühnerbrunnen in der Schulstraße und der Verein zur Förderung der Freiwilligen Feuerwehr Wanzleben für die Pumpe am Marktplatz. Die Ganztags- und Gemeinschaftsschule Wanzleben hat angekündigt, nach dem Ende der noch nicht begonnenen energetischen Sanierung des Gebäudes die Skulpturen auf dem Schulhof und nebenan zu pflegen.

Nach den anerkennenden Worten des Bürgermeisters packten die Kinder und Jugendlichen von der „Tenne“ kräftig an. Sie harkten Laub zusammen, kratzten Unkraut aus den Fugen zwischen den Betonplatten rund um den Brunnen, schrubbten den Sockel und pflanzten Erika. „Wir werden jetzt in regelmäßigen Abständen wieder kommen, um den Brunnen zu pflegen“, kündigte „Tenne“-Mitarbeiterin Sabine Stitz an. Sie und ihre Schützlinge hofften, dass ihre Arbeit nicht umsonst sei und das Areal um den Brunnen herum nicht wieder verschmutzt werde. Stepahn Dill vom DRK-Kreisverband Wanzleben versprach logistische Hilfe bei der ehrenamtlichen Arbeit der Kinder und Jugendlichen.

Der Brunnen am Raßbachplatz mit Figuren von Bildhauer Klaus Thiede entstand zu DDR-Zeiten. Das einstige Schmuckstück ist in der Landesdenkmalliste als kulturelles Baudenkmal aufgeführt. Die Gruppe Bäuerinnen obendrauf ist ganz verschwunden, die früher wasserspeienden Tierköpfe, die die Verbundenheit der Stadt Wanzleben mit der Landwirtschaft ausdrücken sollten, sind versiegt. Da wird es dem tanzenden Bauernpaar, eine Plastik, die man in Wanzleben nach der Wende nicht haben wollte, weil sie zu DDR-Zeiten als Auftrag vergeben worden war, wohl besser gehen. Man hatte das Paar der Partnergemeinde Augustdorf in Nordrhein Westfalen geschenkt, wo es heute noch im Innenhof des Rathauses steht.

Volksstimme, 29.10.2018 (Mathias Müller)