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Helfer simulieren Verletzungen

Im DRK-Kreisverband Wanzleben hat sich das Team Notfalldarstellung gegründet, das für Übungen Situationen nach Unfällen nachstellt.

Die Situation kann schlimmer nicht sein. Nach einem Unfall liegt ein Mensch auf der Erde. Sein Hosenbein ist aufgerissen. Ein Stück Knochen ragt daraus hervor. Überall Blut. Der Mann schreit vor Schmerzen. Eine Szene aus dem Alltag, mit der jeder konfrontiert werden kann. Diese und andere Situationen zu Übungszwecken möglichst nahe an der Realität zu zeigen, ist die Aufgabe des Teams Notfalldarstellung.

Erstmals hat der DRK-Kreisverband Wanzleben ein festes Team aus Notfalldarstellern gegründet. „Insgesamt sieben Ehrenamtliche haben sich in den unterschiedlichsten Schmink- und Darstelltechniken ausbilden lassen“, berichtet Carolin Sauer, Koordinatorin Vereinsarbeit im DRK-Kreisverband Wanzleben Da sich der Lernerfolg durch praktische Übungen nachweislich verbessere, werde das realistische Darstellen von Unfall- und Notfallsituationen bereits seit langer Zeit als sehr hilfreiches Mittel zur Vorbereitung der Helfer und zur Verbesserung ihrer psychischen Belastbarkeit genutzt, verdeutlicht Carolin Sauer. Aufgabe der Notfalldarstellung sei es, Unfälle möglichst wirklichkeitsgetreu zu schminken und das Verhalten verletzter Personen nachzuahmen. Spätere Ersthelfer könnten dann Notfallsituationen unter realistischen Bedingungen kennen lernen und richtiges Verhalten trainieren. „Außerdem tragen diese Übungen dazu bei, Angst vor Blut, Verletzungen und Schmerzreaktionen abzubauen und erleichtern es den Lernenden, sich in die Situation des Verletzten hineinzuversetzen. Wer unter solchen Bedingungen Erste Hilfe übt, bekommt in der Realität keine weichen Knie“, versichert Carolin Sauer.

Das neue Wanzleber Team Notfalldarstellung kommt seit seiner Gründung nunmehr regelmäßig zum Üben und Ausprobieren zusammen. Geld aus der vergangenen Weihnachtsspendensammlung des DRK-Kreisverbandes machte es möglich, für jeden Ehrenamtlichen einen Schminkkoffer mit den Materialien anzuschaffen, um Schürf-, Schnitt- und Platzwunden, aber auch Verbrennungen und Knochenbrüche, Verätzungen, Fremdkörperverletzungen so realitätsnah wie möglich zu schminken. „Etwa 300 Euro kostet so ein voll ausgestatteter Koffer pro Helfer“, verdeutlich Carolin Sauer den enormen finanziellen Aufwand.

Das Team der Notfalldarstellung kommt in dieser Zusammensetzung erstmals am Sonnabend, 22. Juni, bei den Jugend-Rot-Kreuz-Kreiswettbewerben in Hohendodeleben zum Einsatz. Dabei stellen die Jugendrotkreuz-Nachwuchsretter ihr Wissen unter Beweis, in dem sie unter anderen bei Verletzten in nachgestellten Unfallszenarien Erste Hilfe leisten müssen. Dieses Jahr ist außerdem noch ein Sanitätsdienstabend mit vielen „Verletzten“ geplant. Auch hier kommt das Team Notfalldarstellung des DRK-Kreisverbandes zum Einsatz.

Volksstimme, 04.06.2019 (Mathias Müller)

4. Juni 2019 16:34 Uhr. Alter: 77 Tage