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Kulinarischer Trip durch die Republik

Kinder und Jugendliche beschäftigen sich mit typischen Gerichten aus den verschiedenen Bundesländern

Was ist, kulinarisch betrachtet, typisch für Sachsen-Anhalt? Diese Frage beantworten die Kinder und Jugendlichen für jedes Bundesland, wenn dieses auf der Speisekarte steht.

Anfang Mai ist im Mehrgenerationenhaus Kroppenstedt in Trägerschaft des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Wanzleben, das Kochprojekt „Kulinarischer Trip durch Deutschland“ mit Unterstützung des Deutschen Kinderhilfswerkes gestartet.

„Die Kinder und Jugendlichen schauen sozusagen über den eigenen Tellerrand, lernen regionale Gerichte und andere Esskulturen der verschiedenen Bundesländer kennen“, berichtet Carola Klaer, die gemeinsam mit Lilli Wetzstein, Simone Kunze und am vergangenen Sonnabend auch mit Praktikantin Luzie Matthes, mit den Nachwuchsköchen durch die Republik „reist“. Gekocht wird jeden Freitag und jeden dritten Sonnabend eines Monats. Sonnabends kommen Kinder und Jugendliche aus Wulferstedt dazu.

Erste Zwischenstationen waren Mecklenburg-Vorpommern mit Fisch auf der Speisekarte und Thüringen. Hier durften Rostbratwürste natürlich nicht fehlen.

Um Sachsen-Anhalt auf den Teller zu bringen, hatten sich die Kinder und Jugendlichen im Vorfeld geeinigt, was typisch ist, was sie kochen könnten. Möhrengemüse, Kartoffeln und gebratene Gehaktesklöße und ein Salat sind das Ergebnis gemeinsamer Überlegungen. 23 Mädchen und Jungen schälten am Sonnabend Kartoffeln, schnippelten Möhren und Gurken.

Die Kroppenstedter Grundschüler Pia, Judy, Amelie, Paula, Finja und Melina hatten sich für den Kochnachmittag ganz besonders ins Zeug gelegt: Sie haben mit ihren Mitschülern bei einem Bauern Kartoffeln aufgesammelt und diese mit zum Mehrgenerationenhaus gebracht. Alle Teilnehmer hatten sich im Vorfeld mit dem Erdapfel beschäftigt, wussten, wie dieser nach Europa kam und viele Kartoffelsorten einen Frauennamen haben.

Während die einen Kartoffeln schälten oder Möhren schnippelten, die Gehaktesklöße zubereiteten, andere wiederum für die Soße verantwortlich waren, deckten die nächsten schon den Tisch, der herbstlich bunt dekoriert war.

„Die Kinder lernen bei uns nicht nur kochen, sondern eben auch alles andere, was dazu gehört, wie beispielsweise Kartoffeln schälen oder Fleisch schneiden. Die Mädchen und Jungen äußern ihre Wünsche, was sie gern essen möchten, andererseits achten wir darauf, dass die Gerichte ausgewogen und gesund sind. Sie erfahren ganz nebenbei viel über die anderen Bundesländer“, meint Carola Klaer.

Sachsen-Anhalt ist kulinarisch „abgearbeitet“. „In welches Bundesland wollt ihr nun reisen?“ fragt Lilli Wetzstein in die Runde. Die Antwort kommt prompt: Bayern. Und schon fallen die ersten Schlagworte wie Weißwürste und Leberkäse. Bis Donnerstag steht für die Nachwuchsköche nun die „Hausaufgabe“, sich Gedanken darüber zu machen, was sie zum Thema Bayern essen möchten. Am Freitag bleibt dann noch Zeit, die benötigten Zutaten einzukaufen.

„Das Projekt läuft bis Ende des Jahres. Dann wollen wir ein Rezeptheft mit allen Gerichten, die wir gekocht haben, heraus bringen. Gemeinsam mit ihren Eltern können die Kinder dann zu Hause alles nachkochen“, meint Carola Klaer.

Auf jeden Fall sei seit Beginn des Projektes eine schöne Gemeinschaft zwischen den Teilnehmern entstanden. Und die sind immerhin auch sehr unterschiedlich alt. Vom Erstklässler bis zum 16-jährigen ist alles vertreten.

Volksstimme, 21.10.2019 (Yvonne Heyer)

22. Oktober 2019 09:49 Uhr. Alter: 22 Tage