Das Blut muss weiter fließen
Im Gebiet des DRK-Kreisverbandes Wanzleben geht die Zahl der Blutspendetermine zurück. Warum das so ist und weshalb trotzdem so viele Einwohner kommen.

Die durchschnittliche Zahl der Blutspender im Gebiet des DRK-Kreisverbandes Wanzleben ist im zurückliegenden Jahr prozentual gestiegen, bei weniger angebotenen Veranstaltungen. Dabei wird in zwölf verschiedenen Orten und Einrichtungen fleißig gespendet. So in Altenweddingen, Eisleben, Hohendodeleben, Klein Oschersleben, Klein Wanzleben, Langenweddingen, Osterweddingen, Seehausen, Ummendorf, Wanzleben, Wefensleben und Wormsdorf. Insgesamt 1.545 Blutspender sind zu den 35 Blutspendeterminen im Kreisverbandsgebiet gekommen. „Das entspricht einem Jahresdurchschnitt von 44 Spendern je Termin“, sagt Sabine Tacke, Mitarbeiterin für Buchhaltung und Verwaltung. Unter den 1.545 Blutspendern sind 60 Erstspender. Im Vergleich zu 2023 waren es 461 Blutspender weniger, da es eine Terminreduzierung um 19 Veranstaltungen gab. 2023 waren es insgesamt 2.006 Blutspender – darunter 91 Erstspender, bei 54 Blutspendeterminen. Das entspricht einem Jahresdurchschnitt von 37 Blutspendern. Trotz der beschriebenen Terminreduzierung um 19 Terminen konnten in fast allen Orten die durchschnittliche Spenderzahl gesteigert werden. Der ermittelte Durschnitt lag 2020 bei 41 Spendern, 2021 bei 39, 2022 bei 37, ebenso wie 2023. Somit ist jetzt eine durchschnittliche Steigerung zu erkennen, da eben mehr Bürger das Angebot genutzt haben. Die Reduzierung der Veranstaltungen ist übrigens auf Vorgabe des Blutspendeinstituts hin erfolgt und betraf das komplette Land Sachsen-Anhalt. „Trotz der neuen Vorgabe haben wir einen überraschenden und positiven Effekt erlebt, da die Bürger die vorhandenen Veranstaltungen genutzt haben“, sagt Sabine Tacke. Auch in der Zukunft sei der DRK-Kreisverband Wanzleben über jeden Teilnehmer froh. Was müssen die Blutspender dabei beachten? Grundsätzlich müssen die Bürger sich gesund fühlen, mindestens 50 Kilogramm wiegen und volljährig sein. Vor der Spende werden mit einem Fragebogen Details zur gesundheitlichen Vorgeschichte des Spenders ermittelt. Anschließend folgt ein Gespräch mit dem anwesenden Arzt, der den individuellen Gesundheitszustand des Spendewilligen überprüft. „Zum Schutz der Spender müssen zwischen jeder Blutspende mindestens acht Wochen liegen“, erläutert Sabine Tacke. „Frauen dürfen bis zu vier Mal, Männer bis zu sechs Mal im Jahr Blut spenden.“ Jede Blutspende wird im Labor auf Blutgruppe und Infektionskrankheiten untersucht. Wird dabei Auffälliges festgestellt, werden die Spender unverzüglich informiert.
Jeden Tag werden in Deutschland etwa 15.000 Blutspender benötigt. Dazu organisieren die DRK-Blutspendedienste in Deutschland rund 43.000 Blutspendetermine im Jahr. Das DRK deckt auf dieser Grundlage 75 Prozent der Blutversorgung in Deutschland ab. Grundsätzlich darf jeder gesunde Mensch ab einem Alter von 18 Jahren bis zu seinem 69. Geburtstag beim DRK zur Blutspende gehen. Erstspender werden bis zu ihrem 61. Geburtstag zugelassen. Die Zulassung von älteren Spendern oder Erstspendern über 60 Jahren kann nach individueller ärztlicher Entscheidung möglich sein. Die Blutspende beim Roten Kreuz sei zudem freiwillig, unentgeltlich und unabhängig vom Status einer Person. „Zur Vermeidung von Missbräuchen sind finanzielle Anreizsysteme, die über eine Aufwandsentschädigung hinausgehen, gesetzlich untersagt“, klärt die Mitarbeiterin auf. „Eine Kommerzialisierung des menschlichen Körpers findet im Roten Kreuz keine Unterstützung.“ Ein finanzieller Nutzen dürfe kein Beweggrund sein, Blut zu spenden, betont Sabine Tacke zum Abschluss der Ausführungen.
Volksstimme, 20.02.25 (Christian Besecke)